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Diagnose: Diabetes Typ 1

Es war an einem wunderschönen sonnigen Tag im September 2013, und ich hatte für diesen Tag eine Reise geplant. Ich war gerade beim Frühstückt,  als das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung die Stimme meines Arztes: „Du hast einen Zuckerwert von 400.  Geh sofort in die Diabetespraxis, du brauchst Insulin“. Ich habe meiner Mutter vor lauter Schock, das Telefon in die Hand gedrückt und bin heulend, ja wütend in mein Zimmer gerannt. Ich war fassungslos und hatte die schlimmsten Vorstellungen, was jetzt mit mir passieren würde. In meinem Kopf herrschte ein riesengroßes Chaos. Mein Urlaub wurde also gestrichen, und anstatt im Bus saß ich nun bei der Diabetologin, die mir erklärte: „Du musst dich jetzt mehrmals täglich spritzen“. Mit meiner Antwort, dass ich Angst vor Spritzen hatte, kam ich dort nicht weit. Erst einmal bekam ich eine sogenannte Stechhilfe, mit der ich mir in den Finger piksen musste, um dann das Blut auf den Teststreifen im Messgerät zu geben. Der Wert war bei 445, also viel zu hoch und so drückte mir meine Ärztin einen Pen in die Hand, auf den ich eine Nadel setzen sollte und dann ging es „Ratzfatz“. T-Shirt hoch, Nadel rein, Insulin spritzen.

Dieser Vorgang sollte also ab diesem Tag zu meinem Alltag gehören. An diesem Tag, den ich bei meiner Ärztin verbrachte, kamen unglaublich viele Informationen auf uns zu. Es hieß es also: Essen abwiegen, Spritz- Essabstand einhalten, das heißt 20 Minuten vor dem Essen spritzen, damit das Insulin wirken kann. Wir hatten gefühlte tausend Zettel und Listen, und ich habe für mich kein Land mehr in Sicht gesehen. 2 Monate nach meinem 18. Geburtstag hatte ich die Diagnose Diabetes Typ 1 bekommen.

Mein Arzt vermutete gleich Diabetes, als ich ihm meine Symptome schilderte. Jeden Morgen fiel mir vor lauter Zittern fast das Brot aus der Hand, ich trank täglich 3-4 Liter Wasser und ging dementsprechend oft auf die Toilette. Nachts hatte ich regelmäßige Wadenkrämpfe. Zudem hatte ich jeden Infekt mitgenommen, der zu dieser Zeit rumging.

Vor meinem Diabetes war ich freier. Ich konnte einfach so das Haus verlassen, musste meine Reisen nicht so früh im Voraus planen und nicht immer ein Täschchen bei mir haben mit Traubenzucker, Messgerät, Teststreifen und Notfallspritze. Ich habe so gelebt wie alle meine Freunde. Wenn wir abends ausgegangen sind, hat eine kleine Handtasche gereicht. Wenn ich Hunger hatte, bin ich in den nächsten Laden gegangen und habe mir etwas gekauft. Alles war anders. Natürlich ist es eine Sache der Organisation, und das hat sich in den letzten Jahren auch alles verändert, aber es hat viel Zeit gebraucht.

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