Diabetes Typ 1

Hypoglykämie oder auch Unterzucker genannt

Für mich als Diabetikerin gibt es nichts grausameres als Über- oder Unterzucker zu haben. In der Fachsprache sprechen wir hierbei von der Hyperglykämie, dem Überzucker und der Hypoglykämie, dem Unterzucker. In diesem Beitrag möchte ich euch ein wenig in den Unterzucker entführen.

Dass jeder Mensch und somit auch jeder Körper individuell und einzigartig ist, das wissen wir. Somit kann ich auch nicht verallgemeinern, dass der Körper ab einem Wert von 50 mg/dl Symptome für eine Hypo aufzeigt. Bei dem einen schlagen die Symptome schon bei einem Blutzucker (BZ) von 80mg/dl Alarm und bei dem Anderen erst bei 40mg/dl oder sogar weniger. Jedoch heißt es: „Alles unter einem Blutzucker von 60mg/dl ist ein Unterzucker.“ In diesem Bereich des BZ kann man normalerweise erste Anzeichen für eine Hypo spüren.

Ziel ist es, den Diabetes so einzustellen, dass weder vermehrte Über-und Unterzuckerungen auftreten. Lange dachte ich, ich sei die Einzige, bei der es so katastrophal läuft. Auf meinem Diagramm waren die höchsten Spitzen und gleichzeitig die tiefsten Löcher zu sehen. Mein BZ auf Achterbahnfahrt. Offensichtlich hatte und hat er dabei seinen Spaß, denn auch heute sehe ich diese nicht so schönen Kurven. Ich kam immer mehr mit anderen Diabetikern in Austausch, egal ob persönlich, über Instagram oder Facebook. Dabei habe ich eines gelernt! Ich bin nicht die Einzige, die diese Achterbahnfahrten mitmachen muss. Jeder Diabetiker hat sie. Es wäre ja schon fast „schlimm“ wenn man auf seinem Diagramm nur eine Linie hat. Ein gut eingestellter BZ  darf auch mal abweichen, denn in manchen Situationen ist dies auch gar nicht zu vermeiden. Alleine nach dem Essen, sollte er sogar minimal ansteigen und ebenso wieder abfallen.

Dennoch gibt es auch diese Tage an denen man nur am essen ist. Einen Traubenzucker nach dem Anderen, dann noch einen Riegel oder eine Banane. Das erklärt, warum ich nach 5,5 Jahren keinen Traubenzucker mehr sehen kann. Wenn es jedoch darauf ankommt habe ich keine Wahl und dann heißt es: „Augen zu und Traubenzucker essen“. Der Traubenzucker ist bei mir allgegenwärtig. In jeder Nische, jeder Tasche, jeder Jacke, im Auto, im Schrank, überall ist Traubenzucker zu finden. Einmal hatte ich nichts dabei und war unterwegs. Diesen Fehler mache ich nicht noch einmal, denn überraschenderweise kam ich in den Unterzucker und mit ihm das Gefühl „Divya, wenn du jetzt nichts kaufst, oder sofort etwas unternimmst, klappst du zusammen oder stirbst“. Es ist eines der grausamsten Gefühle die ich je erlebt habe. Der Körper braucht etwas und ich kann es ihm nicht geben, weil ich nichts dabei habe. Schwamm drüber, denn ich habe daraus gelernt und mache es inzwischen besser!

Niemals hätte ich gedacht, dass ich von Traubenzucker so abhängig sein werde. Es ist egal, wann der Unterzucker kommt, es gibt nur diese eine ekelige Lösung: Zucker, Zucker, Zucker.  Dieses Gefühl, Traubenzucker essen oder Saft trinken zu müssen kann ziemlich überfordernd und eklig sein. Besonders, wenn ich noch gut gesättigt bin vom Frühstück, Mittag- oder Abendessen oder nachts, nach dem Zähne putzen sowie bei Unwohlsein ist Traubenzucker essen mehr eine Qual. Der Satz „Ich will nicht“ hilft da leider nicht. Aber kennt ihr das? Wenn ihr essen „müsst“ aber nicht wollt?

Jemand der keinen Diabetes hat, kann sich das vielleicht nur schwer vorstellen weil er sagt, „Oh lecker, Traubenzucker geht doch immer“ – Hmmm, ne!

Unter Diabetikern tauscht man sich nicht nur über das Neuste der Technik, über Erfahrungen und seine Werte aus sondern auch über Unterzuckerungen. Was isst du für Traubenzucker? Welche sind deine Lieblingssorte? Wie viele isst du davon, damit dein BZ wieder ansteigt? Abwechslung tut gut. Ja, auch beim Traubenzucker. Inzwischen habe ich gefühlt alle Arten von Traubenzucker ausprobiert, die es auf dem Markt gibt und habe meine aktuellen Favoriten gefunden. Durch eine ganz liebe Freundin bin ich auf den Traubenzucker Joghurt-Mix von DM, der Eigenmarke Das gesunde Plus gestoßen. In der Tüte steckt eine Menge Geschmacksabwechslung, genau das was ich brauche.

Leider ist der Unterzucker meistens mit dem Traubenzucker noch nicht besiegt. Vorerst hilft mir der Traubenzucker, meinen Blutzucker wieder auf einen normalen Wert zu bringen. Ist er das, muss ich diesen Wert stabilisieren. 3 Mal dürft ihr raten mit was. Na klar, mit essen – mit was denn auch sonst. In dem Fall gibt es eine Banane oder ein Stück Schokolade, einen Riegel oder Käse, vielleicht aber auch eine heiße Milch. Etwas, das seine Zeit braucht um im Blut anzukommen.

Ich sag euch eins. In diesem Moment macht essen wirklich keinen Spaß, denn wenn ich Unterzucker habe dann genieße ich nicht sondern möchte einfach nur einen stabilen Blutzucker. Könnt ihr das verstehen?

Was ist dein Favorit im Unterzucker? Bist du Team Traubenzucker oder doch lieber Team Saft?

 

 

 

 

 

 

 

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